Wie wirkt sich COVID-19 auf das Wachstum der Agrartechnologie aus?

Wie wirkt sich COVID-19 auf das Wachstum der Agrartechnologie aus? Diese fünf Geschichten aus aller Welt zeichnen ein vielfältiges Bild.

Inmitten einer Flut von Berichten über den Zusammenbruch von Unternehmen und ganzen Branchen infolge des Coronavirus hält sich die Landwirtschaft bislang gut. Tatsächlich sind es Zeiten wie diese, in denen die Menschen – möglicherweise zum ersten Mal – zu schätzen wissen, woher ihre Lebensmittel kommen und welche Anstrengungen unternommen werden, um sie vom Feld auf den Teller zu bringen.

In diesem Zusammenhang ist der aufstrebende Agtech-Sektor in ungeahnter Weise betroffen. Die folgenden Berichte aus aller Welt zeigen, wie sich Produzenten und Innovatoren anpassen, wie die Krise bestehende Wasser- und Ressourcenprobleme verschärft und wie die traditionelle Landwirtschaft tatsächlich schneller als je zuvor auf Agtech umstellt.

1. Chinesische Hersteller von Agrardrohnen verzeichnen Anstieg der Nachfrage inmitten der Coronavirus-Pandemie

Die Geschichte: Aufgrund der strengen Lockdowns in China, dem ursprünglichen Epizentrum der Pandemie, haben Lebensmittelhersteller dort früher als sonst in technologische Lösungen investiert. CNBCs Wendy Ye berichtete, dass Start-ups im Bereich Robotik und Drohnen für die Landwirtschaft einen enormen Anstieg der Nachfrage verzeichneten. „In den ersten beiden Monaten des Jahres 2020 haben wir 4.000 Einheiten unserer neu auf den Markt gebrachten Agrardrohnen ausgeliefert”, sagte Justin Gong, Mitbegründer von XAG, einem großen Hersteller von Agrardrohnen mit Sitz in Guangzhou.

Agtech-Startups wurden weiter gestärkt, da China bestrebt ist, die heimische Produktion zu steigern und Importe zu begrenzen. „Mit dieser Art von Unterstützung könnte die Landwirtschaft die Branche sein, die am wenigsten von dieser Krise betroffen ist“, sagte der CEO eines Präzisionslandwirtschaftsunternehmens.

Vollständiger Artikel hier (CNBC)

Fazit: Die COVID-19-Krise könnte den Wandel von der traditionellen Landwirtschaft hin zu Agtech und Ag 4.0 beschleunigen.

2. Agtech und Foodtech stärken die fragile Lebensmittelversorgungskette

Die Geschichte: Greg Nichols von ZDnet merkt an, dass angesichts der weltweit knappen Lebensmittelvorräte jetzt der perfekte Zeitpunkt für Agtech ist, um durchzustarten. Mehr mit weniger zu produzieren war noch nie so wichtig wie heute, und Agtech-Innovationen können diese Herausforderung meistern. Nichols merkt außerdem an, dass 2019 erhebliche Risikokapitalinvestitionen in Agtech getätigt wurden, was dazu beitragen wird, mögliche Störungen abzumildern. Dementsprechend wird diese Krise „die Einführung vieler Agtech-Tools beschleunigen und die Entwicklung neuer Lösungen vorantreiben”.

Vollständiger Artikel hier (ZDnet)

Fazit: Angesichts der angespannten Lage in den Lebensmittelversorgungsketten ist es wichtiger denn je, „mit weniger mehr zu erreichen“, während die jüngsten Investitionen in Agrartechnologie dazu beitragen dürften, die finanziellen Auswirkungen der Krise auf die Branche abzumildern.

3. Schweizer Unternehmen reagieren auf den Aufruf, Schutzkomponenten für Krankenhäuser herzustellen

Die Geschichte: In den USA hat Präsident Trump General Motors angewiesen, seine Bemühungen auf die Herstellung von Beatmungsgeräten umzulenken, eine Geschichte, die sich in Großbritannien mit Dyson und anderen wiederholt hat. In der Schweiz gibt es eine große Welle freiwilliger Solidarität, darunter auch Agtech-Hersteller, die ihre Technologien umstellen. Das im Wallis ansässige Unternehmen Aqua4D war eines der Unternehmen, die Anfang April schnell reagierten und ihre 3D-Drucker umprogrammierten, um Komponenten für persönliche Schutzausrüstung (PSA) herzustellen. „Dies sind außergewöhnliche Zeiten, und wir wollten auf jede erdenkliche Weise helfen“, sagte Ingenieur Julian Froidevaux. „Wir haben uns schnell an die Arbeit gemacht und noch am selben Tag die erste Charge von Komponenten ausgeliefert.“

Vollständiger Artikel hier (Aqua4D)

Fazit: Die Krise zeigt, dass sowohl Start-ups als auch große Unternehmen ihre Flexibilität unter Beweis stellen, indem sie ihre Technologien neu einsetzen, um die Bekämpfung der Pandemie zu unterstützen.

4. Millionen Menschen können sich nicht 20 Sekunden lang die Hände waschen – weil ihnen das Wasser fehlt.

Die Geschichte: Clarissa Phaar von Quartz hebt hervor, wie die Krise die Ressourcenknappheit in ohnehin schon stark belasteten Regionen verschärft. Während die Empfehlungen zur Vermeidung einer weiteren Ausbreitung des Virus weltweit gleich sind, unterscheiden sich die praktischen Maßnahmen aufgrund der sehr unterschiedlichen Zugangsmöglichkeiten zu Wasser in den verschiedenen Ländern: „Die gängigsten Anweisungen sind dieselben: Vermeiden Sie unnötigen Kontakt mit anderen und waschen Sie Ihre Hände häufig mit Wasser und Seife, mindestens 20 Sekunden lang. Aber oft ist es für die 780 Millionen Menschen weltweit, die keinen Zugang zu einer „verbesserten Wasserquelle” haben, einfach nicht möglich, diese einfachen Anweisungen zu befolgen.”

Vollständiger Artikel hier (Quartz)

Zusammenfassung: Die Wasserknappheit in Entwicklungsländern (und den USA) wirkt sich nicht nur auf die Landwirtschaft und Bewässerung aus, sondern auch auf die grundlegenden sanitären Bedürfnisse von Millionen von Menschen.

5. Auswirkungen von COVID-19 auf den Lebensmittel- und Agrarsektor

Die Geschichte: KPMG hat die finanziellen Auswirkungen der sich entwickelnden Krise analysiert und dabei einen besonderen Blick auf die australische Landwirtschaft geworfen. „Die meisten Agrarmärkte waren im Vorfeld der Coronavirus-Pandemie stark, und die weit verbreiteten Sommerregenfälle haben das Vertrauen der landwirtschaftlichen Betriebe gestärkt“, schreiben sie. Obwohl die Lieferkette unter Druck geraten ist, wird insgesamt „die anhaltende Binnennachfrage nach Lebensmitteln bestehen bleiben, und unser Lebensmittel- und Agrarsektor ist in der Lage und gut positioniert, darauf zu reagieren“.

Vollständiger Artikel hier (KPMG)

Fazit: Die Agrarindustrie und die Agrartechnologie sollten relativ unbeschadet aus der Krise hervorgehen, aber ihre Lieferketten widerstandsfähiger gestalten, um die Krise zu überstehen.

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